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ARBEITSPAKET 8 – Kinderprojekte als Rahmen für die mehrperspektivische Auseinandersetzung mit Luft und Wasser

PhD Tünde Barabási


Einleitung:

-  Warum ist gerade die Form des Projekts ein geeigneter Rahmen für die Auseinandersetzung mit Naturphänomenen?
-  Das Projekt enthält besondere Lernmöglichkeiten, darunter die Herausforderung, das eigene Lernen selbst zu organisieren (das Planen und Aushandeln von Aktivitäten, die Reflexion auf den eigenen Lernweg).
-  Das Projekt ist interdisziplinär angelegt: Es integriert verschiedene Perspektiven der Auseinandersetzung mit Naturphänomenen.
-  Die Vorerfahrungen der Kinder über die Erscheinungen in der Natur sind Grundlage jeder neuen Auseinandersetzung. Sie sind Bedingungen der Konstruktion von Konzepten und Deutungen und Grundlage des Verstehens. Dazu gehören Erfahrungen mit den Aggregatzuständen, Verwendungsmöglichkeiten oder auch Erlebnisse im Kontext der Phänomene wie Angeln oder Schwimmen. Die Explikation und Reflexion von Vorerfahrungen ist Teil von Projekten.
-  Kinderprojekte bauen auf Aktionen, Bewegungen und körperlicher Welterfahrung auf. Sie enthalten Gelegenheiten zur physisch bewegten Auseinandersetzung mit den Phänomenen.
-  Projekte bieten nicht nur die Möglichkeit, die Themen „Luft” und „Wasser” mehrperspektivisch und integrativ zu bearbeiten. Sie schaffen darüber hinaus auch Verbindungs- und Anschlussmöglichkeiten an andere Themen (z.B. Wasser und Luft in Verbindung zu anderen Naturphänomenen, z. B. der Sonne, oder zu technisch-kulturellen Anwendungen, z.B. Verkehrsmittel).


Vorschläge:

-  Die Kinder werden in die Reflexion und Entscheidungen über Projektziele eingebunden.
-  Projekte über Naturphänomene sind in die Zielsetzungen einer ökologischen und nachhaltigen Erziehung eingebunden. Sie entwickeln Aktivitäten, die etwas herstellen und verändern, was von Bedeutung für das eigene Leben sind. Insofern fordern sie ein nicht nur ein ökologisches Bewusstsein, sondern auch ein entsprechendes Verhalten.
-  Es geht darum, das Wissenum Naturphänomene zu vertiefen und zu erweitern, auch darum, Kinder herauszufordern, ihr Vorwissen kritisch zu prüfen und belastbarer, anschlussfähiger an wissenschaftliches Denken zu machen. Aber die Eigenart des kindlichen Denkens muss gewahrt und anerkannt bleiben und sein Interesse berücksichtigt werden. Projekte fordern die Kreativität kindlichen Problemlösens und der Sinnkonstruktion heraus. Und sie gehen dabei in Prozesse der Kooperation und der Ko-Konstruktion.
-  Es ist von Vorteil, wenn ein Thema auf einem gemeinsamen Erreingnis, einer gemeinsamen Erfahrung, die von Lehrenden und Lernenden geteilt wird, aufbaut. Das kann zum Beispiel eine Exkursion, ein Ausflug sein. Daraus kann sich dann ein Projekt zielorientiert organisieren, mit Begegnungen, Beobachtungen etc.
-  Aber nicht vergessen: Das Kind kann sich ein Thema (bzw. einen Aspekt im Gesamtprojekt) auf dem Gebiet auswählen, das es am ehesten interessiert. Andererseits ist es nötig, gemeinsame Interessen zu entwickeln, Themen und Aktivitäten auszuhandeln, Konsens und Verbindlichkeit herzustellen. Es gibt hier eine Spannung zwischen eigener Wahl und Zumutung von Themen.
-  Projektideen, Themenvorschläge für Projekte mit Wasser und Luft sollen im Rahmen dieses Arbeitspaketes entwickelt werden

Auftauchende Fragen:

-  Projekte finden sich aktuell eher im Themenbereich „Wasser”. Das scheint für Kinder eher zugänglich zu sein. Welche Möglichkeiten gibt es, den Themenbereich „Luft” mit aufzugreifen?
-  Für die Schule besteht die Notwendigkeit, Bezug auf die bestehenden Lehrpläne zu nehmen.
-  Welches ist der geeignete Zeitrahmen für ein solches Projekt? Welches sind die im Projekt enthaltenen Faktoren, die den Zeitaufwand bedingen?
-  Können Themen (hier: Luft und Wasser) in verschiedenen Altersgruppen immer wieder neu aufgegriffen werden? Bieten sich – aufbauend auf den gemachten Erfahrungen – immer wieder neue, lohnende Zugänge auf neuen Niveaus, die das Weltwissen weiterführen?
-  Wie lassen sich Projekte mit Luft und Wasser thematisch begrenzen?


Arbeitspaket Nr. 20: Auswertung des Projekts: Analyse der Projektgestaltung und der kindlichen Selbstorganisation der Auseinandersetzung mit dem Thema

PhD Tünde Barabási und Dr. Sándor Antal

Die Tätigkeiten der Kinder in den Projekten werden dokumentiert (Teilnehmende Beobachtung) und unter folgender Fragestellung ausgewertet:

1.        Welche Initiativen, Tätigkeiten, Themen wurden von Kindern in das Projekt eingebracht?

2.        Inwieweit wurden Entscheidungen von den Kindern reflektiert und ausgehandelt?

Die Ergebnisse der Analyse werden schriftlich zusammengefasst und bilden ein Kapitel des Handbuchs Teil 2. Auf ihrer Grundlage lassen sich die entwickelten Projektideen (Arbeitspaket 7) überprüfen. Darüber hinaus begründen die Ergebnisse eine themenspezifische Anleitung zur Beobachtung und Interpretation des selbstorganisierten Lernens als Grundlage seiner pädagogischen Förderung.

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