Seiten
Schlagworte

Prof. Dr. päd. Iliana Mirtschewa, Dr. päd. Anna Georgieva

ARBEITSPAKET 7 – Bilderbücher als zugang der Kinder zu Naturphänomenen, zur Entwicklung der Sprache und Phantasie


Arbeitspaketbeschreibung

Die Erfahrungsfelder der Luft und des Wassers eröffnen auch Phantasieräume, in denen sich das Thema entfalten kann. An der Grenze zwischen Realität und Phantasie “öffnen” sich Türen, die unterschiedliche kreative Zugänge zu den Naturphänomenen anbieten.

In Arbeitspaket Nr. 7 geht es darum, geeignete Zugänge zu Kinderbüchern zu finden, in denen die Phänomene “Luft” und “Wasser” in phantastischen und poetischen Bildern ausgedeutet werden. Bilderbücher dienen hier als Medium der Sprache. Sie geben Anlass, nachdenkliche Gespräche zu führen, Nachdenklichkeit zu „wecken”, offene Fragen über die Naturphänomene zu stellen und Antworte zu suchen. Während dieser Gespräche bestehen Möglichkeiten, die Sprache und die Phantasie zu entwickeln. Bei den nachdenklichen Gesprächen fördert man das kindliche Denken, die Entwicklung der Kompetenzen, eigene Gedanken (auch Erlebnisse) mitzuteilen, Meinungen zu äußern, zuzuhören. Die kommunikativen Kompetenzen entwickeln sich in unterschiedlichen strukturierten, aber auch offenen Situationen.

Die Diskussionen haben eine besondere Funktion, weil sie den Lehrern/ Lehrerinnen helfen, wichtige Informationen zu „sammeln”. Der Erwachsene hat die Möglichkeit, die Kinderkonzepte über die Natur festzustellen und von da aus Antworten auf die Frage “Wie passen Phantasiewelten und die Realität der Naturphänomene zusammen?” zu suchen. Man kann feststellen in wieweit die Kinderliteratur die Kinderkonzepte beeinflußt, falsche Präkonzepte „formt” und wie wir diese Gefahre vermeiden und den Kindern helfen können, die Naturphänomene zu verstehen.

Arbeitspaket N 7 realisiert interdisziplinäre Verbindungen und bietet unterschiedliche inhaltliche Aspekte an. Man verbindet die Bücher (als Medium), die Sprache (z.B. Diskussionen, nachdenkliche Gespräche, Geschichten gestalten, Begriffe beschreiben und erklären, sprachverwandte Worte finden und Sätze formulieren u.a.), Spiele der Phantasie (z. B. Phantasiereisen, selbstentwickelte Geschichten malen, phänomenologische Zugänge zum Thema, z.B. Windmusik gestalten u.a.), Gedankenexperimente, Rollenspiele u.a. mit Erkundungen, Bewegungsspielen, Basteln u.a.

Die Kinderliteratur steht im Mittelpunkt eines Kreises, der Sprache, Denken, Phantasie, Kreativität, Kommunikation und soziale Prozesse verbindet.

Materialien: Bilderbücher, Bücher mit Kindergedichten, kleine Puzzles, Papierblätter, Buntstifte, Bilder, Gegenstände aus dem Alltag u.a.


ARBEITSPAKET 19 – Auswertung des Projekts: Analyse der Verknüpfung von realitätsbezogenen Deutungen und phantasievollen Deutungen in Sprache und Kinderliteratur

Bei der Analyse der Kinderdeutungen wurden die folgenden Forschungsmethoden benutzt: Beobachtung, Gruppendiskussion, Fallanalyse und Experiment. Die Analyse der Daten hatte zum Ziel, Erkenntnisse über Kinderdeutungen zu gewinnen, die Verbindung zwischen realistischen und phantastischen Elementen in den Deutungen auszumachenn und den Einfluß der Kinderliteratur auf die Kinderkonzepte festzustellen.

Die Analyse knüpfte an verschiedene aufeinander aufbauende Phasen an, in denen sich Kinder mit Bilderbüchern auseinandersetzten.

1. Die Geschichte des Bilderbuchs – die Geschichte wird gelesen, Bilder werden angeschaut

2. Gespräch über das Buch – die Aufmerksamkeit wird auf das Naturphänomen gerichtet

3. Eindrücke „sammeln“ – die Kinder berichten (methodisch unterschiedlich angeregt) über ihre Erlebnisse und Eindrücke

4. Nachdenken – die vielleicht wichtigste Phase der Auseinandersetzung. Das Gehörte und das Gesehene soll nicht einfach wiedergegeben werden. Es geht nicht, darum, gespeicherte Informationen richtig abzurufen. Vielmehr geht es darum, Erklärungen für das Phänomen zu suchen, zu begründen, zu diskutieren und dabei eigene Positionen argumentativ zu  stützen.

5. Zusammenfassung – ebenfalls von großer Bedeutung: das Phänomen wird auf einer neuen kognitiven Ebene dargestellt. Es werden Urteile und Schlüsse formuliert, umdaraus Anregungen für weitere Forschungen zu gewinnen.

Folgenden Forschungsfragen wurden im Blick auf die Analyse gestellt:

Forschungsfragen

Kriterien

1. Welche Konzepte präsentieren die Kinder in Geschichten, die sie auf der Grundlage der Bilderbücher selbst entwickelt haben?

  • beschreiben Naturobjekte, -phänomene
  • bilden Assotiationen mit Naturerscheinungen
  • erklären Naturphänomene
  • stellen realistische oder phantasievolle Gestalten, Objekte, Erscheinungen dar

2. Wie beschreiben die Kinder die Naturphänomene in den selbstentwickelten Geschichten?

  • durch Assotiationen
  • durch Beschreiben von Merkmalen
  • durch Vergleiche (Ähnlichkeiten und Unterschiede zu anderen Phänomenen)
  • durch poetische Beschreibungen
  • durch Pantomime
  • durch Anthropomorphismen

3. Woran knüpfen Assoziationen der Kinder an?

  • an Merkmale des Phänomens
  • an seinen Wirkungen oder an Reaktionen auf das Phänomen
  • an Handlungen am Phänomen
  • an seinen unterschiedlichen Erscheinungen
  • an der Geschichte des Buches

4. Welche Elemente sind in den selbstentwickelten Kindergeschichten enthalten?

  • teilen eigene Erfahrung mit dem Phänomen mit
  • wiederholen Mitteilungen Erwachsener
  • wiederholen die Bilderbuchgeschichte
  • ergänzen die Bilderbuchgeschichte
  • benutzen zusätzliche Informationen aus Sachbüchern und Kinderfilmen

5. Welche Methoden sind geeignet, Unterschiede zwischen realistischen und phantastischen Deutungen auszumachen?

  • Gespräch über Kinderzeichnungen
  • Darstellendes Spiel
  • Phantasiereisen
  • Mindmap u.a.

6. Welcher Kompetenzen haben die Gespräche über Bilderbücher vermittelt?

  • Gedanken über Naturphänomene mitzuteilen
  • Zuzuhören
  • eigene Ideen zu erklären
  • eigene Meinung zu begründen

Aufgrund der Zusammensetzung der Kindergruppen konnten die Kinderkonzepte über Naturphänomene von Vorschul- und Grundschulkindern miteinander verglichen werden.

Suche
Sprache